Berliner Kongresse - Quintessenz Verlag

30. Berliner Zahnärztetag

"Neue Impulse aus der Prothetik - Innovativ, effektiv, sicher"

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Stefan Wolfart
Freitag, 26.02.2016
Workshops
09:00-12:00
Monika Mohri
Apo Bank Workshop III - Der Weg in die eigene Praxis , Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Anstellung oder Selbständigkeit - vor dieser Entscheidung steht jeder Zahnarzt früher oder später. Dabei ist eine eigene Praxis eine Option, die viel Gestaltungsfreiraum bietet, aber auch unternehmerische Herausforderung bedeutet. Deshalb ist gute Planung und fachliche Beratung für eine erfolgreiche Existenzgründung wichtig. Worauf es bei dem Schritt in die Selbständigkeit im Detail ankommt, erfahren Sie in unserem Workshop: "Der Weg in die eigene Praxis".
09:00-12:00
In der Parodontologie konnten in den letzten Jahren bereits viele Zusammenhänge aufgezeigt werden, die zu einem besseren Verständnis der Entzündungsprozesse führen. Im Bereich der antiinfektiösen Therapie etabliert sich eine neue Sichtweise bei dem der Entzündungsprozess als Ursache der Krankheit im Mittelpunkt steht. In den Bereichen der regenerativen Therapie und der rekonstruktiven Parodontalchirurgie sind moderne Behandlungsstrategien Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und verbesserter Materialeigenschaften entwickelt worden. Durch diese neuen Materialien und Techniken können Parodontaldefekte und andere Knochendefekte dauerhaft rekonstruiert werden.
Sie lernen welche modernen Behandlungskonzepte führen heute zu einer optimalen Therapie der Parodontitis. Wir zeigen Ihnen, wie Sie nach der antiinfektiösen Therapie der Parodontitis mit neuesten Techniken die Parodontaldefekte und andere Knochendefekte rekonstruieren und regenerieren können.
09:00-12:00
In den vergangenen Jahren hat sich der digitale Workflow mehr und mehr etabliert. Mit dem Intra-Oralscanner und der Anbindung des DVT sind zwei wesentliche Arbeitsschritte digital hinzu gekommen.

In unserem Workshop zeigen wir Ihnen einen Patientenfall, der unter Einbindung des DVT und Intraoralscanners geplant und umgesetzt wurde. Hierbei werden wir den neuen DVT X1 von 3shape vorstellen. Beim Intraoralscanner kommen der 3shape TRIOS 3 und der 3M ESPE True Definition Scanner zum Einsatz. Anschließend erfolgt die CAD Planung auf dem Dental Designer der Firma 3shape.

Die dritte Stunde haben wir dafür eingeplant, dass interessierte Behandler beide Scanner selbst probieren können. In diesem dritten Teil beantworten wir auch alle Fragen zum Mundscanner.
Prothetik - Minimalinvasiv
13:00-13:30
Eröffnung und Begrüßung
13:30-14:00
Der nicht kariös bedingte Verlust von Zahnhartsubstanz stellt eine der großen Herausforderungen in der restaurativen Zahnheilkunde dar und führt zum Verlust an Vertikaldimension des stomatognathen Systems (VDO). Als Ursachen werden neben Refluxerkrankungen und Bulimie auch stark säurehaltige Getränke genannt. Patienten bemerken den Verlust der Zahnhartsubstanz meist erst durch die Abrasion der Oberkieferfrontzähne und die Beeinträchtigung der Ästhetik.
Die Rekonstruktion der verloren gegangenen Zahnhartsubstanz erfolgte in der Vergangenheit durch die Überkronung aller Zähne. Dieses invasive Konzept war mit zusätzlichem Zahnhartsubtanz durch die Präparation und allen Folgeschäden verbunden.
Mittlerweile bewährte keramische Materialien wie Lithiumdisilikat und neue Hybridmaterialien erlauben eine defektorientierte Versorgung fast ohne weiteren Verlust an Zahnhartsubtanz durch die zahnärztliche Präparation. Der Vortrag soll einen Überblick über die Planung dieser Behandlungsfälle geben, mögliche Materialvarianten zur Rekonstruktion aufzeigen und einen klinischen Leitfaden vorstellen.
14:00-14:30
Die prothetische und ästhetische Rehabilitation der Einzelzahnlücke im Frontzahngebiet stellt hohe Anforderungen an den behandelnden Zahnarzt. Insbesondere bei der prothetischen Versorgung einer Frontzahn-Schaltlücke junger Patienten stoßen Implantate an ihre Grenzen. Eine mangelnde mesio-distale Lückenbreite, in die Lücken hineingekippte Nachbarzahnwurzeln, oder ein noch nicht abgeschlossenes Wachstum kann dann eine Implantat-Prothetische-Versorgung erschweren bzw. unmöglich machen. Hier stellt die Adhäsivbrücke vor allem bei kariesfreien Pfeilerzähnen eine vielversprechende minimalinvasive und non-chirurgische Therapiealternative dar. Wegen des ästhetischen Erscheinungsbildes, der guten Biokompatibilität und den zuverlässigen Überlebensraten hat die dichtgesinterte Zirkonoxid-Keramik als Gerüst-Material aktuell einen hohen Stellenwert. Neben den Indikationen und Kontraindikationen, sowie der wissenschaftlichen Datenlage zur klinischen Bewährung von ein- und zweiflügeligen Adhäsivbrücken werden die klinischen und labortechnischen Behandlungsschritte erläutert.
14:30-15:00
Endodontisch behandelte Zähne können dauerhaft funktionell erhalten werden. Dem adhäsiven Aufbau im Zuge der postendodontischen Versorgung kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu und macht die Länge des Stiftes möglicherweise irrelevant. Stiftmaterialien auf Glas- oder Quarzfaserbasis scheinen sich durchzusetzen. Aspekte wie Metallfreiheit, leichte Revidierbarkeit, Ästhetik und problemloses Nachbearbeiten im Zuge der Stumpfpräparation sprechen für deren Einsatz. Das adhäsive Befestigen konfektionierter Aufbaustifte in Kombination mit dem adhäsiven Kompositaufbau wird mehr und mehr zum Standard. Das hat einige Vorteile, aber auch Nachteile, wenn man z. B. an die Techniksensibilität des Vorgehens denkt. Der Vortrag beleuchtet die entscheidenden Aspekte der adhäsiven postendodontischen Versorgung wie Defektausdehnung und bestimmte Aspekte der Adhäsivtechnik im Wurzelkanal. Die Grenzziehung der Indikation des Zahnerhaltes zu Gunsten anderer Therapieoptionen, wie z. B. der implantat-prothetischen Versorgung, wird beleuchtet.
15:00-15:30
Pause / Dentalausstellung
15:30-16:00
Verkürzte Zahnreihen ermöglichen so vielfältige prothetische Lösungen wie kaum eine andere Lückengebisssituation. Die Validität des auf Käyser zurückgehenden Konzeptes der verkürzten Zahnreihe kann zunehmend mit Evidenz belegt werden. Obwohl weithin bekannt und mehrheitlich akzeptiert, spielt das Konzept allerdings im Praxisalltag eine eher untergeordnete Rolle. Die Gründe sind vielfältig und liegen auch im Bezuschussungssystem der Gesetzlichen Krankenversicherung. In dem Vortrag werden das Konzept der verkürzten Zahnreihe und die alternativen Therapieoptionen im Hinblick auf ihre evidenzmedizinische Unterlegung beleuchtet. Der Gesundheitsnutzen verschiedener Formen herausnehmbarer Teilprothesen zum Ersatz der Seitenzähne ist auf der Basis der Studienlage nach wie vor schwer zu bestimmen. Auch für die Implantatversorgung gestaltet sich eine Nutzenbewertung schwierig. Alle bewährten Therapieoptionen haben ihre Indikation. Eine Therapieentscheidung ausschließlich nach dem Kriterium Studienlage, d. h. der externen Evidenz, ist nicht möglich und wird auch der evidenzbasierten Zahnmedizin nicht gerecht. Wegen der insgesamt noch unzureichenden verfügbaren Evidenz kommt der Patientenpräferenz eine erhebliche Bedeutung zu. Eine verstärkte Berücksichtigung von Therapiezielen jenseits des vollständigen Molarenersatzes kann bei der Entscheidungsfindung empfohlen werden. Der Erhalt und der Aufbau einer Prämolarenokklusion können sinnvolle Ziele sein. Das Konzept der verkürzten Zahnreihe ist praxistauglich und bei korrekter Indikationsstellung keinesfalls als Unterversorgung anzusehen.
16:00-16:30
Inlaybrücken zur Versorgung von Einzelzahnlücken im Seitenzahnbereich stellen eine substanzschonende Alternative zu konventionellen Brücken dar, insbesondere wenn die die Lücke begrenzenden Zähne bereits kleine Restaurationen aufweisen. Ziel dieses Beitrags ist, die klinische Bewährung von Inlay-Brücken anhand einer Literaturübersicht dazustellen, um daraus Empfehlungen für die praktische Anwendung abzuleiten. Hierbei ist es wichtig, alle Faktoren, die die Langlebigkeit und den Erfolg von Inalybrücken beeinflussen, wie z.B. Behandlungsplanung, Auswahl geeigneter Fälle mit entsprechender Indikation sowie Zahnpräparation, sorgfältig zu berücksichtigen. Zusätzlich sind das Verständnis der Klebetechnik sowie das Wissen über die Vorbehandlung der verschiedenen Materialien für den Langzeiterfolg inlayverankerter Brücken unabdingbar.
Die 5-Jahresergebnisse der zirkonoxidkeramikbasierten Inlaybrücken mit modifiziertem Gerüstdesign (Kastenpräparation mit Flügel auf der bukkalen und oralen Seite des Pfeilerzahnes) scheinen erfolgsversprechend, so dass diese Versorgungsmöglichkeit als eine Alternative zum Ersatz von Seitenzähnen in Erwägung gezogen werden kann.
16:30-17:00
Über Adhäsivgeschiebe, sog. Adhäsivattachments, verankerte Teilprothesen stellen bei kariesfreien Pfeilerzähnen eine minimal invasive Alternative zu Modellguss- oder Te-leskopprothesen dar.
Indikationen und Kontraindikationen von Adhäsivattachments werden im Vergleich zu konventionellen teilprothetischen Verankerungselementen erläutert. Neben der notwendigen Adhäsivtechnik werden das klinische und labortechnische Vorgehen detailliert dargestellt. Die wissenschaftlichen Daten zur klinischen Bewährung der Therapiemittel werden anhand von klinischen Studien beschrieben.
17:00-17:30
Diskussion: "Abgehoben oder alltagstauglich?"
17:30-18:00
Dr. Wolfgang Schmiedel
Verleihung der Ewald-Harndt-Medaille
18:00-22:00
Get together im Estrel Festival Center
Samstag, 27.02.2016
Prothetik - Zahngetragen
09:00-09:30
Die Suche nach einem zahnfarbenen und metallfreien Restaurationsmaterial ist eine der grössten Herausforderungen in der zahnärztlichen Forschung der Gegenwart. Über mehrere Jahrzehnte bereits ist dazu Keramik verwendet worden aufgrund der hervorragenden ästhetischen Eigenschaften und der intraoralen Stabilität. Leider zeigten die klinischen Überlebensraten für viele Produkte unbefriedigende Werte. Wegen der natürlichen Sprödigkeit der Keramik galten vor allem Frakturen als Hauptursache für die hohen Misserfolgsraten in der Vergangenheit. In den letzten Jahren jedoch haben die zahnärztlichen Keramiken eine enorme Entwicklung durchlaufen und die Materialeigenschaften haben sich signifikant verbessert. Die traditionelle Sinterkeramik kann mitterweile auf diverse Gerüstmaterialien aufgebrannt werden, die häufigsten sind zur Zeit Lithiumdisilikat (e.max press) und Zirkoniumdioxid. Heutzutage hat der Zahntechniker sogar die Wahl, mit "monolithischen" Restaurationen gänzlich auf Sinterkeramik zu verzichten. Die Verblendkeramik ist bezüglich Stabilität viel schwächer als die Gerüstmaterialien. Bei monolithischen Restaurationen ist demzufolge viel weniger mit Abplatzungen (Chippings) zu rechnen, und generell wird die Frakturresistenz der ganzen Restauration signifikant erhöht. Mit etwas Übung können heute auch keramische Restaurationen ohne Verblendkeramik gefertigt werden, die auch ästhetisch anspruchsvolle Patienten langfristig begeistern.

Dieser Vortrag wird ein erprobtes Konzept im Umgang mit monolithischen Keramiken in der Privatpraxis präsentieren. Dem Patienten können diverse monolithische Restaurationen angeboten werden: Kleine Eckenaufbauten und Verblendschalen, Inlays und Teilkronen, Vollkronen, drei- und mehrgliedrige Brücken und Fliegerbrücken. Eine Vielzahl von Fallbeispielen soll die verschiedenen Indikationen aufzeigen und den Kliniker dazu inspirieren, sein Behandlungskonzept neu zu überdenken.
09:30-10:00
PD Dr. med. dent. Sönke Harder, PD Dr. Christian Mehl
Kieferorthopädische Extrusion - So werden Zähne wieder versorgbar! 
Subgingivale Kronenfrakturen im ästhetischen Bereich stellen den Zahnarzt vor eine schwierige Aufgabe. Einerseits soll die Frakturgrenze durch die spätere Restauration ausreichend gefasst sein, andererseits aber die parodontalen Strukturen nicht geschädigt werden und die biologische Breite eingehalten werden.
Sofern der Zahn erhalten werden soll, kann die Behandlung einer solchen Komplikation durch Extrusion der Wurzel mit Hilfe kieferorthopädischer Apparaturen, bzw. Magnetextrusion erfolgen. Diese Möglichkeiten stellen häufig die ästhetisch und funktionell bessere Alternative zu einer chirurgischen Kronenverlängerung dar. Unser Beitrag soll Möglichkeiten zur schonenden Extrusion einer Wurzel mit Hilfe von Magneten aufzeigen.
10:00-10:30
Eine zunehmende Zahl von weitgehend vollbezahnten Patienten (mit bisher nicht rekonstruierten Zähnen) weist generalisierte Abrasionen und Bio-Korrosionen (Erosionen) mit exponiertem, hypersensiblen Dentin und Verlust der VDO (Vertical-Dimension der Okklusion) auf. Diese Veränderungen können zu fortschreitenden funktionellen, mastikatorischen, phonetischen und ästhetischen Störungen führen.

Moderne Technologien und Materialien wie z.B. Lithium-Disilikat-Keramik "LS2" ermöglicht es uns - auch bei bruxierenden Patienten - diese minimalinvasiv zu rehabilitieren. Die Seitenzahnbereiche werden in der Regel mit adhäsiv befestigten monolithischen LS2-Restaurationen minimalinvasiv als okklusale Veneers (Kauflächenveneers) oder Teilkronen rekonstruiert.

Die Frontzähne werden ebenfalls mit adhäsiv befestigten monolithischen Lithium-Disilikat-360°-Veneers (Kronen mit einer Schichtstärke von 0,3 bis 0,4 mm), Teilkronen oder Veneers rekonstruiert.

Im Gegensatz zu althergebrachten Materialien wie
- Gold, welches sich bei Interferenzen verformt, bis zur Perforation
- Metallkeramik, welche bei Interferenzen chippte
sind moderne Materialien wie Zirkonoxid, aber auch Lithium-Disilikat praktisch unzerstörbar. Daher sind die Anforderungen, welche eine Rehabilitation mit diesen Materialien an uns stellt, in Hinsicht auf die statischen, aber ganz im Speziellen auf die dynamische Okklusion extrem hoch.

Speziell bei parafunktionierenden Patienten muss der Einfluss der hohen Kräfte bei der Rekonstruktion berücksichtigt werden. Selbst individuelle einstellbare Artikulatoren sind nicht in der Lage, Bewegungen und Verbiegung der Mandibula bei parafunktionellen Aktivitäten wiederzugeben. Es wird ein praxisgerechtes Verfahren auf der Basis von Funktionswachs, Metall-Zirkongerüsten und Presskeramik vorgestellt, welches eine erfolgreiche Wiederherstellung des Kauorganes gewährleistet.
10:30-11:00
Pause / Dentalausstellung
11:00-11:30
Die Herausforderungen bei der prothetischen Rehabilitation alternder Menschen sind vielschichtig. So müssen einerseits die allgemeinmedizinischen und psychosozialen Rahmenbedingungen der Patienten möglichst vollständig erfasst werden, um die therapeutischen Risiken möglichst umfassend erkennen und so Fehlentscheidungen sowie Über- oder Unterversorgungen vermeiden zu können. Andererseits gilt es zu entscheiden, inwieweit rekonstruktive Maßnahmen überhaupt indiziert sind, und wenn ja, die individuell bestmögliche Lösung unter den zahlreichen Therapieformen zu finden, die in den letzten Jahrzehnten durch Implantologie und adhäsive Technologien noch wesentlich erweitert worden ist. Schließlich ist nach Abschluss der prothetischen Versorgung auch die Langzeitbetreuung alternder Menschen sicherzustellen, um in erster Linie biologische, aber auch technische Misserfolge möglichst zu vermeiden. Diese Herausforderungen können nur bewältigt werden, wenn es uns gelingt, den alternden Menschen in seiner persönlichen Situation möglichst umfassend zu verstehen und entsprechend multidirektional, im interdisziplinären Verbund mit den anderen beteiligten Fachpersonen, Organisationen und Institutionen zu behandeln und zu betreuen. Denn nur wer mehr als einen Schraubenschlüssel zur Verfügung hat, der vermag auch jedes Problem anders als nur mit einer Schraube lösbar zu erkennen.
11:30-12:00
In Zeiten von Internet und Social Media erwarten die Patienten heute perfekte Ergebnisse mit geringstem Aufwand und in der kürzesten Zeit. Praxen werden vergleichbar und über Bewertungsportale klassifiziert. Um in diesem Umfeld zu bestehen, müssen auch vom Praxisteam und vom Labor alle neuen, digitalen Möglichkeiten genutzt werden. Kommunikation ist ohnehin das Zeichen der Zeit. Selbst Schulkinder sind kaum noch ohne Mobiltelefon anzutreffen.
Und Kommunikation kann zum Beispiel bedeuten, einen Patienten per SMS an seinen Termin zu erinnern oder dem Labor ein schnelles Handyfoto der Ästhetikeinprobe zu schicken.
Natürlich vollzieht sich qualifizierte Kommunikation mittlerweile auf ganz anderen Ebenen. Was wir brauchen und was der Patient erwartet, ist ein perfektes Ergebnis. Im Falle der ästhetischen Rehabilitation ist dies besonders anspruchsvoll. Durch digitale Fotos und Modelle können Ausgangssituationen besser analysiert werden und mit Hilfe speziellen Designsoftware gelingt es Ideen zu entwickeln, die den Ansprüchen qualifizierter Versorgungen genügen. Besonders wichtig ist es, dem Patienten das Behandlungsergebnis zu visualisieren, am besten bereits bevor erste invasive Maßnahmen stattfinden. Dies gelingt auf dem Wege digitaler Fotovorschauen. Ist eine reale Form für die spätere Versorgung entstanden, was meist auf dem Wege eines Wax-Up geschieht, kann es in vielen Fällen auch in den Patientenmund übertragen werden. Dies wird dann als Mock-Up bezeichnet. Die Voraussetzungen, dem Patienten eine reale Vorstellung über das Behandlungsergebnis zu geben, sind ideal. Oft sind solche Mock-Up's die beste Entscheidungshilfe.
Ist ein solches Wax-Up samt dazu gehörigen Mock-Up vom Patienten, vom Behandler und vom Labor bestätigt, ist meist die Umsetzung in die endgültige Versorgung nur noch eine Routineaufgabe. Natürlich gehört die Kommunikation bis zum Ende dazu, sei es zur Festlegung der Zahnfarbe, der Auswahl des am besten geeigneten Materials oder zur Findung der optimalen Befestigungsstrategie.
12:00-12:30
Diskussion: "Abgehoben oder alltagstauglich?"
12:30-13:30
Mittagspause / Dentalausstellung
Prothetik - Implantatgetragen
13:30-14:00
Weichgewebsmanagement im Rahmen von implantologischen Frontzahnversorgungen

Abstract:
Neben der komplikationslosen Inkorporation von Zahnersatz und der Wiederherstellung der Funktion ist die subjektive Zufriedenheit des Patienten ein Schlüsselelement für den Erfolg der Behandlung. Speziell im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich zielt ein großer Teil der modernen zahnärztlichen Therapien darauf ab, die oralen Gewebe und die natürliche Dentition so zu kopieren, dass sie nicht von den Nachbarstrukturen zu unterscheiden ist. Patienten mit hoher, gingivaler Lachlinie stellen dabei eine ganz besondere Herausforderung dar.
Dabei liegt die Rekonstruktion der so genannten "weißen Ästhetik" in der Hand des Zahntechnikers, die Rekonstruktion der "roten Ästhetik" im Verantwortungsbereich des Zahnarztes.

Die mikrochirurgischen Methoden der plastischen Parodontalchirurgie und der Augmentationschirurgie ermöglichen die Rekonstruktion von Kammdefekten, die Korrektur des gingivalen Verlaufes und die Papillenrekonstruktion an Implantaten und natürlichen Pfeilern.

Moderne innovative Verfahren der Zahntechnik erlauben es, heute perfekte ästhetische Ergebnisse zu erzielen. Zentrale Rolle spielen dabei vollkeramische Systeme, wie etwa Presskeramiken und die CAD/CAM-Technologie. Speziell die CAD/CAM-Technilogie erschließt dem Zahntechniker neue Dimensionen bei der virtuellen Gestaltung von Gerüsten aus Zirkoniumdioxid für definitven vollkeramischen ZE und die individuelle Gestaltung von Implantatabutments.
14:00-14:30
Der digitale Workflow von der Planung bis zur Versorgung mit vollanatomischen Rekonstruktionen stellt eine vielversprechende Behandlungsoption dar. Doch der Teufel steckt im Detail! Wann ist es sinnvoll, eine monolithische Restauration mit Hilfe einer Klebebasis mit dem Implantat zu verbinden oder gibt es auch gute Gründe, eine vollanatomische Restauration auf einem individualisierten Titan-Abutment zu befestigen? Durch welche Tricks und Kniffe kann ich mir dabei das dentale Leben erleichtern? Wo liegen die Grenzen einer modellfreien Versorgung? Welche Chancen bietet dabei die digitale intraorale Abformung?
14:30-15:00
PD Dr. med. dent. Anja Zembic
Vollkeramischer Abutments - Praxisreif? 
Heutzutage sind die ästhetischen Anforderungen von Seiten der Patienten sehr hoch. Bei einer Implantat Versorgung ist daher oberstes Ziel, den zu ersetzenden Zahn einem natürlichen Zahn vom Aussehen her anzugleichen. Dies betrifft sowohl die rosa Ästhetik, d.h. die periimplantäre Mukosa, als auch die weisse Ästhetik, d.h. die Rekonstruktion. Vollkeramische Rekonstruktionen finden daher eine immer breitere Anwendung in der Implantologie, nicht zuletzt wegen der vereinfachten Verarbeitungsmöglichkeiten aufgrund der CAD/CAM Technologien.
Bei der Anwendung von Metallabutments in Situationen mit dünner Mukosa besteht die Gefahr eines marginalen Grauschimmers. Dies kann bei hoher Lachlinie zu einem ästhetischen Misserfolg führen. Zahlreiche klinische Studien konnten belegen, dass das Risiko einer Weichgewebeverfärbung bei dünner Mukosa deutlich geringer ist bei der Verwendung von Keramikabutments. Trotz des ästhetischen Vorteils, hat Vollkeramik gegenüber Metall den Nachteil, dass sie spröde ist, was zu Rissen und im schlimmsten Fall zu Frakturen führen kann. Dies hat sich bei der ersten Generation der Keramikabutments klinisch leider auch bestätigt. Als Weiterentwicklung hat sich die Oxidkeramik Zirkoniumdioxid mit exzellenten mechanischen Eigenschaften als Abutmentmaterial der 1. Wahl gegenüber allen anderen Keramiken durchsetzen können.
Eine ausreichende Stabilität ist bei Implantat Rekonstruktionen von grosser Bedeutung und hat Einfluss auf den klinischen Langzeiterfolg. Zahlreiche Studien zu Zirkoniumdioxidabutments zeigen vielversprechende Resultate, allerdings gibt es wenige klinische Langzeitdaten. Auch wurden Frakturen im klinischen Alltag berichtet, was die Unsicherheit bezüglich dem Einsatz und der richtigen Indikationsstellung von Zirkoniumdioxidabutments erklärt.

Der Vortrag gibt eine Übersicht zur aktuellen Datenlage betreffend dem klinischen Verhalten von Zirkoniumdioxidabutments. Es werden Unterschiede und Risiken von internen gegenüber externen Implantat-Abutment Verbindungsarten beleuchtet.
Desweiteren werden Empfehlungen zur Verarbeitung von Zirkoniumdioxid aus materialkundlicher Sicht abgegeben, welche das Risiko von klinischen Misserfolgen als Konsequenz von Verarbeitungsfehlern minimieren sollen.
15:00-15:30
Pause / Dentalausstellung
15:30-16:00
Verschraubte Lösungen in der implantatgetragenen Kronen- und Brückenprothetik finden auch hierzulande immer mehr an Akzeptanz. Aber nach wie vor wird mehr zementiert als verschraubt. Mit ein Grund dafür kann die manchmal notwendige Angulation beim Inserieren der Implantate durch die vorgegebene Anatomie der Kiefer sein, insbesondere der des Oberkiefers. In solchen Fällen war es bisher nicht möglich die Suprakonstruktion zu verschrauben, da sich der Schraubenkanal nicht im gewünschten okklusalen bzw. palatinalen Bereich befand. Um auch in solchen Fällen den Vorteil der verschraubbaren Kronen und Brücken nutzen zu können, haben in den letzten Jahren einige Firmen Systeme entwickelt, mit denen abgewinkelte Verschraubungen von implantatgetragenen Restaurationen auch möglich sind.
16:00-16:30
Durch den Einsatz enossaler Implantate können heute auch Patienten festsitzend versorgt werden, bei denen ohne den Einsatz von Implantaten nur herausnehmbare Lösungen möglich wären.
Aus biomechanischer Sicht ist die festsitzende Versorgung, insbesondere im Seitenzahngebiet, der herausnehmbaren Variante deutlich überlegen: festsitzender Zahnersatz besitzt eine deutlich höhere Steifigkeit und ist bei Implantatsuprakonstruktionen starr mit dem Kieferknochen verbunden. Dies sorgt u. a. für eine zuverlässigere Abstützung da z. B. das Absinken des Zahnersatzes verhindert wird. Zusätzlich kann ggf. die Kauleistung optimiert werden. Daher können funktionell beeinträchtigte Patienten (z. B. mit Arthralgie der Kiefergelenke) von dieser Versorgung profitieren. Andererseits birgt die Implantatversorgung bei diesen Patienten auch Risiken: die notwendige Kieferöffnung während des Eingriffs kann arthrogene Probleme verursachen, vulnerable (funktionsauffällige) Patienten können muskuläre Probleme entwickeln... Daher muss der Einsatz von Implantaten bei diesen Patienten gut überdacht und geplant werden. Der Vortrag soll in diesem Spannungsfeld die Chancen und Risiken näher beleuchten und Lösungsstrategien vorstellen.
16:30-17:00
Die Akzeptanz von Patienten gegenüber Implantat verankertem Zahnersatz verringert sich im Falle von chirurgischen Maßnahmen zur Vergrößerung des Knochenangebots. Dieses Verhalten motiviert für die Verwendung von kurzen Implantaten (l ≤ 8,0 mm) - trotz hervorragenden klinischen Langzeitergebnissen von langen Implantaten. Eine Konsequenz von kurzen Implantaten sind lange Kronen, um die Distanz des vertikal reduzierten Alveolarkamms zum Antagonisten auszufüllen. Diese langen Kronen sind zum einen in ästhetischen Zonen kontraindiziert, und zum anderen erzeugen sie einen langen Hebel mit hohem Krafteintrag in Implantat und Knochen. Die Indikation und die Herausforderungen an kurzen Implantaten leiten sich davon ab:
- Einzelkronen und kleine Brücken im Seitenzahnbereich
- Hohe mechanische Festigkeit des Implantats
Klinische Studien zeigen, dass die Osseointegration von 6 mm langen Implantaten diesen erhöhten Kräften standhält, und sogar der krestale Knochenabbau geringer ausfällt als bei langen Implantaten. Wieviel kürzer ein Implantat und wieviel länger eine Krone in Zukunft noch werden kann hängt somit stark von der Möglichkeit einer Verblockung von mindestens zwei (kurzen) Implantaten ab.
17:00-17:30
Diskussion: "Abgehoben oder alltagstauglich?"
Ort:
Estrel Convention Center
Sonnenallee 225
12057 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 30 6831 0
Fax: +49 30 6831 2345
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